Mittwoch, 15.04.2026 01:12 Uhr

Wer kennt die wahren Emissionswerte von CO2?

Verantwortlicher Autor: Riesenberg Berlin, 28.03.2026, 15:08 Uhr
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...oft in Erinnerung gebracht, aber außer am Sichtschutz wurde der Zustand immer schlechter...
...oft in Erinnerung gebracht, aber außer am Sichtschutz wurde der Zustand immer schlechter...  Bild: Riesenberg

Berlin [ENA] Wer in diesen Tagen die Berichterstattungen in Funk, Fernsehen, Druckpresse und auch in den vielfältigen Internetmedien verfolgt, hat die Qual der Wahl, sich an wichtigen Ereignissen zu orientieren. Die sogenannten "Öffentlich-Rechtlichen" arbeiten irgendwie im Gleichklang.

Normalerweise sollte journalistische Tätigkeit sich ausschließlich an nachprüfbaren Fakten orientieren, nicht an Mutmaßungen oder persönlichen Interpretationen. Leider wird dieser Grundsatz nicht immer eingehalten. Selbst von Presseorganen, die von sich den Anspruch höchster Qualität und Aktualität erheben und die Wichtigkeit ihrer Veröffentlichungen stets unterstreichen. Doch seit den Ereignissen um Heidemann/Kujau (STERN), fragwürdige Relotius-Berichte des SPIEGEL oder sogar phantasievolle aber falsche Darstellungen im Rahmen der sozialen Medien von z.B. Marie-Sophie Hingst. Mittlerweile hoffen die betroffenen Medien, dass die "Grasschicht" dick genug ist, um diese Ausrutscher vergessen zu machen. Doch "Das Netz" vergisst nie.

Natürlich gibt es eine Unmenge an Themen, die sich einfach faktenbasiert darstellen lassen. Viele davon sind nur regional interessant, etliche überregional und einige aber sogar global von Bedeutung. Und letztere werden immer dann in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion gerückt, wenn es innenpolitisch irgendwie nicht so recht glatt läuft. Dass dies gegenwärtig der Fall ist, wird fast jedem aufgefallen sein. Selbst wenn im ÖRR Reportagen darüber informieren, dass interviewte Menschen erläutern, dass sie schon monatelang keine Presse mehr zur Kenntnis nehmen und auch Rundfunk und Fernsehen meiden. Kann man so machen - schützt aber nicht vor ungeplanten Informationswellen, denen man sich kaum entziehen kann.

So kann es passieren, dass man ungewollt in eine Demonstration der "Fridays for Future" - Bewegung gerät und damit konfrontiert wird, dass die deutsche Politik klimafeindlich sei - z.B. durch eine verfehlte Verkehrspolitik, durch den weiteren Einsatz fossiler Energien aber auch durch den Bau von Straßen und Autobahnen. Gerade der Bau von Großprojekten würde die CO2-Reduktion gefährden und somit die Senkung der Treibhausgasemissionen verhindern. So geschehen auf einer Großdemo in Berlin Ende 2025. Nun ist in dieser Situation eine Diskussion über den Anteil der in Deutschland erzeugten CO2-Menge am Gesamtvolumen weltweit, ein völlig sinnloser Ansatz. Hier geht es nicht um "Menge", sondern um moralische Verantwortung.

Angeregt durch das aggressive Auftreten der Klimaretter, stellte ich mir die Frage, ob es denn in der gegenwärtigen Situation auch eine Statistik bzw. eine Erfassung auf einigermaßen seriöser Basis darüber gebe, wieviel CO2 durch die gegenwärtigen Kriege vermeidbar in unsere Umwelt geblasen werden. (Noch ohne Berücksichtigung der Begleitumstände, dem Ausstoß von Giftstoffen, den Resten von Kampfmitteln, der Zerstörung von gewaltigen Treibstofflagern usw.) Wir haben ja schon das erste Problem, dass man sich über die Zahl der aktuell geführten Kriege (oder Konflikte) nicht so recht einig ist. Einig ist man sich darüber, dass die Anzahl Ende 2025 einen Höchststand erreicht hat (weltweit mehr als 1400 Konflikte).

Während das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung (HIIK) in seiner Statistik 199 wesentliche Kriege aufzählt, sprechen andere Quellen von über 50 bewaffneten Konflikten weltweit. Aber wenn man nur die großen Konflikte zur Berechnung heranzieht - z.B. Ukrainekrieg, Lage im Gaza-Streifen, Libanon, Syrien, Jemen, Sudan, Venezuela und nun auch der Iran-Krieg - kommt doch eine Menge an schädlichen Emissionen zusammen, die ja eigentlich vermeidbar wären. Sicher ist es sehr schwierig, die Emissionen zu berechnen, die auf der Basis der Konflikte in unsere globale Umwelt emittiert werden. -Es gibt jedoch Schätzungen, dass allein der Ukrainekrieg bis Anfang 2025 ca. 230 Mio Tonnen CO2-Äquivalent freigesetzt hat.

Das ist in etwa die Menge, die z.B. Spanien pro Jahr ausstößt. Man geht davon aus, dass allein die Rüstungsindustrie etwa 5% der globalen Treibhausgasemissionen verursacht. Gar nicht davon zu reden, was der nachträgliche Wiederaufbau, die Wiederherstellung zerstörter Infrastrukturen und eventuelle Kampfmittelbeseitigung an Emissionen und Kosten verursacht. Bei allen Demonstrationen für die Einhaltung der Klimaziele konnte ich in den Beiträgen der Redner diese Fragestellung nicht entdecken. Aber vielleicht war ich auch nur unaufmerksam oder abgelenkt. Ich bin immer noch der Hoffnung, dass sich die Klimawissenschaft auch dieser Thematik widmet und sie fundiert nicht nur in die Berechnung einbezieht, sonder auch dem Verursacher zuordnet.

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