Freitag, 07.08.2020 23:42 Uhr

Deutschland führt die Kassenbonpflicht ein.

Verantwortlicher Autor: Oliver Berling Berlin, 02.01.2020, 14:04 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Politik +++ Bericht 6220x gelesen

Berlin [ENA] Das Jahr 2020 hat gerade angefangen und hält schon den ersten Knaller parat. Seit dem 01.01.2020 00:00 Uhr gilt die Bonpflicht in Deutschland. Was heißt das und was für Folgen hat dieses Gesetz für die Geschäfte, die Kunden und für die Umwelt? Hat Deutschland das Greta Thumberg Syndrom nicht mitbekommen? Warum muss bei jedem Kauf ein Bon ausgestellt werden wenn diese eh liegen bleiben?

Warum werden solche Gesetze gemacht, die einerseits von den Kunden nicht benötigt werden und andererseits der Umwelt in keinster Weise zu Gute kommt. Aber von Anfang an. Aus steuerrechtlichen Gründen ist es seit Jahresbeginn Pflicht, das jeder Kauf mit einem Kassenbon belegt wird. Da ist es egal, ob es sich um ein Brötchen für 0,05 Euro handelt, oder um einen Einkauf im 1000 Eurobereich. Der Hintergrund dafür ist, dass die Bundesregierung Steuerbetrug und Steuerhinterziehung massiv bekämpfen will. Dass dies zu Kosten der Umwelt und den Geschäftsinhabern kommt, stört dabei nicht im geringsten. Wir haben mal umgerechnet auf der Grundlage einer Bäckerei.

Dort werden im Jahr 2020 rund 168000 Bons ausgedruckt, was eine Länge von rund 27km ausmacht. Die wenigsten Bons werden aber mitgenommen, bleiben also liegen und landen im Müll. Welche Ressourcen für die Herstellung benötigt werden, scheint uninteressant. Ebenso, wie viel Energie aufgewendet werden muss, um die weggeworfenen Bons wieder zu verwertbaren Stoffen zu machen. Da hat die Bundesregierung zwingend Nachholbedarf. Ebenso bei den Einzelhändlern. Jeder Spätkauf und jede Imbissbude muss nun einen Bon ausgeben. Egal, was verkauft wurde. Dass wird viele Geschäftsleute ruinieren, da diese nicht in der Lage sind, ihre Kassen umzurüsten und für viel Geld neue Systeme kaufen müssen.

Auch die Konkurrenz der Discounter ist größer geworden, so dass die Spätkaufläden um ihre Existenz fürchten müssen. Dass liegt an den angepassten Ladenöffnungszeiten. Aber der Verlierer der Kassenbonpflicht ist die Umwelt. Nicht nur, dass die Ressourcen erheblich belastet werden, nein, auch die Wiederaufbereitung benötigt einen immensen Energieaufwand. Das kann und wird die Umwelt und die Ressourcen weiter belasten. Dazu die erhebliche Menge an Mehrmüll die durch die mangelnde Mitnahme der Kassenzettel in Höhen getrieben werden, die so noch nicht auszurechnen sind. Dabei gibt es doch alternative Methoden, die den Betrug an der Ladentheke verhindern. Auf Nachfrage haben viele Kassen schon den Betrugsschutz im System verankert.

Damit wird gewährleistet, dass jeder Verkauf im Kassensystem gespeichert wird. Einige Discounter bieten da schon den digitalen Kassenzettel an, welcher automatisch im System gespeichert wird. Warum also eine Bonpflicht einführen, Ressourcen quasi sinnlos verschwenden und die Umwelt zusätzlich belasten? Dazu die Kunden verärgern und die Existenz vieler Klein und Kleinstgewerbetreibender gefährden? Dies sollte die Bundesregierung überdenken und seine Kraft auf andere wahrscheinlich wichtigere Projekte legen. Denn dass Deutschland andere, größere Baustellen hat, steht außer Frage. Zudem entwickelt sich Deutschland mit solchen Aktionen einfach mal wieder einen Schritt zurück statt innovativ nach vorne.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.