Dienstag, 04.08.2020 21:34 Uhr

Die Wiege der deutschen Demokratie im Schicksalsjahr

Verantwortlicher Autor: Friedrich S. Lenz Neustadt/Weinstraße, 02.04.2020, 14:00 Uhr
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Die Wiege der deutschen Demokratie im März 2020
Die Wiege der deutschen Demokratie im März 2020  Bild: © Lenz

Neustadt/Weinstraße [ENA] Auf dem Hambacher Schloss fand am 27. Mai 1832 das „Hambacher Fest“ mit 20.000 bis 30.000 Teilnehmern statt. Gefordert wurden bürgerliche Freiheiten und die deutsche Einheit. Es ist somit ein bedeutendes Symbol deutscher Geschichte. Das „Hambacher Fest" war die bis dato die größte Veranstaltung.

„Die Veranstaltung auf dem Hambacher Schloss war tief geprägt von der Solidarität mit den europäischen Nachbarvölkern, insbesondere mit dem Nachbarland Polen. Das Hambacher Fest war seinerzeit die größte Veranstaltung mit demokratischen Forderungen. Nach der Revolution 1830 in Frankreich und den Ereignissen in Belgien, Polen und mehreren deutschen Staaten verfolgte König Ludwig I. von Bayern einen reaktionären Kurs. Er erließ am 28. Januar 1831 ein Edikt, das die Arbeit der Presse einer verschärften Zensur unterwarf.“

„Unter dem Druck besonders der pfälzischen Abgeordneten im bayerischen Landtag musste der König das Zensuredikt im Juni 1831 zurücknehmen und seinen verantwortlichen Innenminister entlassen. „Der pfälzische Abgeordnete Friedrich Schüler hatte im bayerischen Landtag erfolgreich Politik gegen die Zensurmaßnahmen der Regierung betrieben. Auf einem Fest in Zweibrücken zu seinen Ehren am 29. Januar 1832 berieten die pfälzischen Liberalen ihr weiteres Handeln. Man diskutierte dabei die Idee eines großen Festes, das als politische Massenveranstaltung dienen sollte.“

„Gegen die Organisatoren des Festes begann am 29. Juli 1833 in der Festungsstadt Landau in der Pfalz der Prozess vor einem Gericht, in dem Geschworene die Schuldfrage klärten. Aus Angst vor Unruhen war die Gerichtsverhandlung in die Festungsstadt verlegt worden. Am 8. August 1833 hielt der politische Journalist Wirth eine fast sieben Stunden dauernde Verteidigungsrede, die mehrmals vom Jubel der Zuhörer unterbrochen wurde. Nach vierstündigen Beratungen fällten die Geschworenen am 16. August 1833 für alle Angeklagten das Urteil „nicht schuldig“.

„Aus Anlass des 175-jährigen Jubiläums im Jahre 2007 wurde das Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V. von der Stiftung Hambacher Schloss beauftragt, Inhalte für eine neue Ausstellung zum Hambacher Fest zu erarbeiten. Diese ist nun im umgebauten und renovierten Hambacher Schloss zu sehen. Besonderes Gewicht wurde auf die Themen „Pressefreiheit und Zensur“ sowie die Forderung und verfassungsmäßige Durchsetzung von Grundrechten, verknüpft mit der Einheit und Freiheit Deutschlands, gelegt. Bewusst wurde der Blickwickel nicht allein auf die Pfalz beschränkt, da das Thema eine gesamtdeutsche, ja europäische Dimension hat.“ Quellen: www.demokratiegeschichte.eu/ www.einstueckpfalz.de / Fotos: © www.lenz.en-a.ch

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