Samstag, 28.03.2020 18:04 Uhr

Ars Electronica Festival 2019

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 18.01.2020, 22:12 Uhr
Kommentar: +++ Kunst, Kultur und Musik +++ Bericht 4696x gelesen

Wien [ENA] Die Ars Electronica 2019 war besonders, denn in diesem Jahr feierte sie ihr 40jähriges Jubiläum mit dem umfangreichsten Programm ihrer Geschichte. In der Zwischenzeit ist sie eine Bühne für Medienkunst, ein Festival für digitale Musik, ein Forum für die Wissenschaft, ein Showcase für Unternehmen, eine Plattform für Startups oder eine Spielwiese für Besucher und Besucherinnen geworden.

Die Ars Electronica ist groß geworden und schon an vielen Themen interessiert.Künstliche Intelligenz, Neurowissenschaften, Robotik, Prothetik, autonome Mobilität, sowie Gen-und Biotechnologie. Daneben auch Gustav Mahler oder Anton Bruckner und die Pianistin Maki Namekawa spielt Igor Stravinskys "L'oiseau de feu" Wie eine übergrosse Henne möchte die Ars Electronica ihrer Flügel über die ganze Welt ausbreiten und alles was flimmert, sich bewegt, Geräusche macht und in irgendeiner Form mit Elektronik zu tun hat, unter ihre Fittiche nehmen. Muss sie Berührungsängste in einer digitalen Welt haben?Vielleicht doch, denn Technik per se ist noch keine Kunst, auch wenn es als ein Feuerwerk aus visuellen und akustischen Reizen präsentiert wird.

Ist Medienkunst letztlich doch nur ein Disneyland, dass sich hinter einer "Gruselästhetik" verbirgt, aber wunderschön elegant inszeniert wird in den großzügigen gläsernen Raumfluten am Linzer Donauufer? Schwer zu sagen. Nicht ganz zu Unrecht hat sich das Festival den Namen "Midlife Crisis of the Digital Revolution" gegeben. Denn gewissermaßen adelt der Kunstanspruch die Technik, macht sie salonfähig und rückt sie in die Mitte der Gesellschaft Damit überhöht sie die Technik, die zwar freundlich und hilfsbereit sein kann, aber auch grausam und zerstörerisch. Ob die "künstlerische Distanz" ausreicht sich von der Technik nicht vereinnahmen zu lassen und so etwas wie einen "digitalen Humanismus" zu leben, muss sich wohl noch beweisen.

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